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Worte wie “Aber” und “Eigentlich” – in unserem Sprachgebrauch

Vielleicht werden Sie sich wundern, warum ich heute über 2 Worte die doch so Alltäglich sind, schreibe. 

Anlass dafür sind 2 liebe für mich sehr wichtige Menschen in meinem Leben, denen es aufgefallen ist, dass bei einer Unterhaltung,  in fast jedem Satz von mir, eines dieser beiden Worte (oder sogar beide) vorkommt.

Ups…. was sagen die da? Ist das wirklich so, und mir fällt das nicht auf? 

Erstmal musste ich darüber nachdenken, dann habe ich selbst darauf geachtet, ob das stimmt was Sie sagen. Und tatsächlich…. 

Sie haben recht…. Schluck…. 

Wieso fällt mir das selber nicht auf? Benutze ich diese Worte als sogenannte “Füllworte” ? wie Ähhhh…. Hmmmm…..  Nein. es kommt eher aus meinem Unterbewusstsein. 

Dann habe ich mich hingesetzt und überlegt, was es bedeuten kann, wenn ich diese Worte unbewusst so oft einsetze. Oder durch welche Worte ich sie  vielleicht ersetzen kann. 

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Nehmen wir zuerst mal das Wort “aber” – Es wird oft eingesetzt um einen Satz zu trennen. Noch öfters um etwas gutes, nach dem “aber” wieder abzuschwächen. z.B. “Das hast du gut gemacht, aber das und das fehlt noch – oder hättest du besser machen können.”- “Diese Arbeitswoche war insgesamt recht gut, aber am Dienstagnachmittag lief es nicht so gut.” – “Das ist das schönste Bild das du seit langem gemalt hast, aber an dieser Stelle stimmen die Farben nicht ganz.” (Die zweite, negative Satzhälfte setzt die erste, positive Hälfte quasi außer Kraft)

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Was heißt das konkret:   

Wir haben die gute Absicht jemanden nicht zu kritisieren. 

Wenn wir den Satz zu jemand sagen, wollen wir damit unbewusst nicht direkt verletzen oder kritisieren und beginnen deshalb den Satz mit einem “Lob”. Benutzen dann jedoch das Wort “aber” als Trennung zum Zweiten Teil des Satzes, wo wir dieses Lob dann wieder aufheben, und unsere wirkliche Meinung aussprechen. 

Was passiert aber im Unterbewusstsein der Person zu der wir es sagen: Dort kommt der erste Teil positiv an, wird aber sofort wenn das Wort “aber” fällt gelöscht und nur der zweite Teil nach dem “aber” wird gespeichert und von seinem Unterbewusstsein aufgenommen und gewertet. Somit kommt beim Empfänger nur die Kritik an, das vorangesetzte Lob wird “überhört” bzw. ausgelöscht.

Wenn wir einen Satz mit “Ja,aber” beginnen, ist es eine “bejahende Verneinung”. Im Klartext heißt das, erst bestätige ich den anderen, dann nehme ich ihm mit dem Trennungswort “aber” die gute Idee.  (Das “Aber” nimmt die Zustimmung, oder stellt Positives in Frage). 

“Aber” ist da nicht die einzige “negative Formulierung”, weitere sind “schon”, “ganz” , “recht” ….usw. 

z.B. “Schon ganz gut”, “An sich ganz gelungen”, “Recht interessant”,  klingt alles recht halbherzig. Es bleibt der Zweifel im Gedächtnis haften, nicht der gute Kern. (Besser: Das ist gut, Es ist gelungen, Das ist interessant.) Aus “gar nicht schlecht” (2 negativen Begriffen) machen wir “gut” und aus “Hoffentlich klappt das”, (wir haben Zweifel) wird ein “Das klappt”.,”Ich schaffe das”, oder  “Du schaffst das”.

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Mein Tip: Unseren Sprachmüll entrümpeln. Wie das geht? Wir müssen uns selbst einen Tag oder lieber eine Woche lang gut beobachten und unsere Worte die wir benutzen prüfen. Wenn wir so ein Wort benutzen, werfen wir 10 Cent in ein “Schweinderl”, sie werden nicht glauben was da so an einem Tag bzw. in einer Woche zusammenkommt. Wenn dass nicht klappt, bitten Sie Freunde, Kollegen oder den Partner “mit aufzupassen”, und sie auf die benutzen Wörter aufmerksam zu machen. Werden bei einem selbst diese Worte erstmal aus dem unbewussten ins Bewusste übernommen, können wir Sie durch andere Worte ersetzen oder ganz vermeiden. Bei “aber” geht das zum Beispiel durch “und”. Dadurch ändert sich gleich der ganze Satzaufbau und wir sagen zu anderen Menschen “positivere Sätze”. z.B. “Das hast du gut gemacht, und wenn du das jetzt auch noch machst, ist es perfekt.” – Diese Arbeitswoche war recht erfreulich” – “Das ist das schönste Bild, das du seit langem gemalt hast.”

Oder die andere Methode, diese “Angewohnheit” zu überwinden besteht darin, die Reihenfolge in unseren Gedanken oder Aussagen umzudrehen und den “negativen” Teil zuerst zu nennen. Auf diese Weise kann der “zweite” positive Teile den “ersten” negativen Teil abschwächen. z.B. “Da fehlt noch was, aber das hast du gut gemacht” – “Am Dienstag lief es nicht so gut, aber aber insgesamt war diese Arbeitswoche recht gut” – “An dieser Stelle stimmen die Farben nicht ganz, aber das ist das schönste Bild das du seit langem gemalt hast”.

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Wie ist das mit dem Wort “Eigentlich” oder “Eventuell”

Mir passiert es manchmal, das ich in jedem dritten Satz “eigentlich” verwende. Ich drücke damit aus, das ich dieses Wort als Ablenkung verwende, von dem was ich wirklich sagen will. Ich möchte damit vielleicht sogar sagen, das ich “Nicht will”. 

Wir sagen z.B. “warum eigentlich nicht” statt, “Ja, das machen wir” 

Das Wort “eigentlich” führt im Gespräch zu Unklarheit (Spielraum), was wirklich (Das Wesentliche) gemeint ist und es wird die Verantwortung abgegeben für das Gesagte. Meine Aussage wird abgewertet, vermindert, mehrdeutig oder sogar verneint. (“Eigentlich will ich mit dem Trinken aufhören” bedeutet: ” Ich will nicht mit dem Trinken aufhören”)

Was will ich damit sagen: Nehmen wir den Satz: “Das Wetter ist eigentlich schön”. – Die Bedeutung: Das Wetter ist eben nicht schön, sondern zu heiß, zu kalt, zu windig, zu wolkig usw.  Es lässt mir die Möglichkeit offen, meine Meinung zu ändern. Wenn z.B. mein Gesprächspartner antwortet, es ist zu kalt, habe ich nun die Möglichkeit einfach die Meinung von Ihm anzunehmen. Ein anderes Beispiel: “Eigentlich finde ich dich nett”. wenn wir hier das “eigentlich” wegnehmen, “Ich finde dich nett” ist es eine klare Aussage. Durch das “eigentlich” beschränke ich meine Aussage und lasse Spielraum, noch etwas einzufügen, zu ergänzen, oder wenn noch andere dabeistehen, deren Meinung zu übernehmen, warum der andere “nicht” nett ist. Ich übernehme durch das “Eigentlich” keine Verantwortung für meine Aussage. Erst durch das Weglassen des Wortes “Eigentlich ” wird der Satz, klar, effizient und zielgerichtet. Ich übernehme die Verantwortung für meine Aussage. Aus dem “Auf der Stelle treten” wird ein         “Ich weiß was ich will.” 

Manchmal gewinnt ein Satz durch das Weglassen von “eigentlich” nicht nur an Klarheit sondern auch an “Schärfe”.

z.B. Es ist eigentlich beunruhigend wie viele schwere Stürme es in den letzten Monaten gab, das hängt sicher mit der Erderwärmung zusammen.  – oder – Es ist beunruhigend wie viele schwere Stürme es in den letzten Monaten gab, das hängt sicher mit der Erderwärmung zusammen. 

Was passiert hier energetisch: Bei einer klaren Aussage von mir, fließt meine Energie nach vorne und ist zielgerichtet. Verwende ich das Wort “eigentlich”, bleibe ich mit meiner Energie stehen. Ich stoppe also. Denn ich übernehme nicht mehr die Verantwortung für mein Gesagtes, es ist nicht mehr zielgerichtet. Ohne Ziel dreht sich die Energie im Kreis und kann nicht mehr vorwärts fließen. Ich blockiere damit meine eigenen Energien. 

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Die Macht der Sprache… oder was Worte verraten. 

 

Eigentlich nicht

Das nennt man nicht eigentlich suchen

wenn man schon weiß, wo was ist.

Das nennt man nicht eigentlich finden,

wenn man es gar nicht vermisst. 

Das nennt man nicht eigentlich lieben,

wenn man den Liebling erpresst. 

Das nennt man nicht eigentlich halten, 

wenn man ihn fallen lässt. 

  (Robert Gernhardt)

 

Sprache spiegelt unsere Seelenlage.- und unsere Umwelt d.H. unsere Gesprächspartner reagieren darauf.

Wenn ich Ihnen mit dieser Seite einen Denkanstoß geben konnte, freut es mich. Wenn Sie noch fragen habe, bin ich Ihnen gerne behilflich. kontaktieren Sie mich über meine Internetseite

www.manjana.info

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Ich wünsche Ihnen, immer die 

“Richtigen Worte zu finden”

Ihre Elke Schmalz (HP für Psychotherapie)

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